Norbert Dünkel: Unsere Feuerwehren müssen für neue Krisenlagen gerüstet sein

Bayern entwickelt Aus- und Fortbildung für Feuerwehren im Bevölkerungsschutz weiter

06.10.2026 | München / Nürnberger Land
 Als feuerwehrpolitischer Sprecher trifft sich Norbert Dünkel regelmäßig mit dessen Vorsitzendem Johann Eitzenberger (l.) und auch Vertretern aus dem Landkreis, wie hier mit Ehrenkreisbrandrat Norbert Thiel (r.).
Als feuerwehrpolitischer Sprecher trifft sich Norbert Dünkel regelmäßig mit dessen Vorsitzendem Johann Eitzenberger (l.) und auch Vertretern aus dem Landkreis, wie hier mit Ehrenkreisbrandrat Norbert Thiel (r.).

Der Freistaat Bayern entwickelt die Aus- und Fortbildung der Feuerwehren für Bevölkerungsschutz und Krisenbewältigung weiter. Wie das Bayerische Innenministerium in seiner Stellungnahme an den Bayerischen Landtag darlegt, sollen die bestehenden Ausbildungsstrukturen an den Staatlichen Feuerwehrschulen gezielt um neue Inhalte ergänzt und stärker in die Fläche getragen werden. Dabei soll kein neues Parallelsystem entstehen, sondern die bewährte Feuerwehr-Ausbildung systematisch weiterentwickelt werden.

Der Landtagsabgeordnete Norbert Dünkel, Mitglied des Innenausschusses sowie Sprecher für Feuerwehren, Rettungsdienste und Katastrophenschutz, begrüßt die geplante Weiterentwicklung.

„Die Sicherheitslage hat sich verändert. Feuerwehren müssen heute auch auf langandauernde Stromausfälle, den Ausfall kritischer Infrastruktur, Sabotage oder andere komplexe Krisenlagen vorbereitet sein. Deshalb müssen wir die bestehenden Ausbildungsangebote gezielt um diese Anforderungen erweitern“, betont Dünkel.

Neue Inhalte, neue Ausbildungsformate

Viele wichtige Grundlagen sind bereits heute Bestandteil der Feuerwehr-Ausbildung – etwa Führung, Gefahrenbewertung, Eigenschutz, Stabsarbeit und die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen. Künftig sollen diese Kompetenzen noch stärker mit den Anforderungen länger andauernder und komplexer Krisenlagen verknüpft werden.

Dazu sollen neue Inhalte in bestehende Lehrgänge integriert und zielgruppengerechte Ausbildungsbausteine für Mannschaften, Führungskräfte und Ausbilder entwickelt werden. Ergänzend sind szenarienbasierte Übungen, digitale Ausbildungsangebote sowie dezentrale Schulungen und Standortausbildungen vorgesehen. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem der Eigenschutz an unsicheren Einsatzstellen, belastbare Kommunikationswege bei länger andauernden Ausfällen, der Umgang mit knappen Ressourcen und die Aufrechterhaltung der eigenen Einsatzfähigkeit in langanhaltenden Krisen.

Bis zum 31. März 2027 sollen die konzeptionellen Grundlagen für die Weiterentwicklung geschaffen werden. Dazu werden die bestehenden Lehrgänge mit den neuen Anforderungen abgeglichen, Prioritäten festgelegt und Lehr- und Lernmittel schrittweise ergänzt. Die Staatlichen Feuerwehrschulen übernehmen dabei weiterhin eine zentrale Rolle: Sie entwickeln die Lehrinhalte, qualifizieren Multiplikatoren und sichern einheitliche Qualitätsstandards. Einheitliche Lehr- und Lernmittel schaffen zugleich die Grundlage dafür, dass die neuen Ausbildungsinhalte auch dezentral und vergleichbar in den Regionen vermittelt werden können.

Ausbildung in der Fläche

„Entscheidend ist, dass diese Kompetenzen nicht nur an den Feuerwehrschulen vermittelt werden, sondern auch bei den Feuerwehren vor Ort ankommen. Genau darin liegt die Stärke des Konzepts: zentrale Standards und Qualitätssicherung auf der einen Seite, praxisnahe Ausbildung in der Fläche auf der anderen“, so Dünkel. „Gerade im Ehrenamt brauchen wir verständliche und regelmäßig wiederholbare Fortbildungsangebote. Nur so können wir unsere Einsatzkräfte bestmöglich auf die Krisenlagen von heute und morgen vorbereiten.“

Mehrwert für das Nürnberger Land

Auch für das Nürnberger Land ist die Weiterentwicklung von Bedeutung. Die zahlreichen Freiwilligen Feuerwehren seien ein zentraler Bestandteil des Bevölkerungsschutzes und müssten für neue und länger andauernde Krisenlagen gut vorbereitet sein.

„Unsere Feuerwehren leisten jeden Tag unverzichtbare Arbeit für die Sicherheit der Menschen. Moderne und praxisnahe Ausbildung stärkt dabei ganz konkret das Ehrenamt vor Ort“, so Dünkel.